Geschichte

Wir schreiben das Jahr 1892...

in München hatte der 30-jährige Josef Rauscher das Verlangen, einen eigenen Musikinstrumentenladen zu eröffnen. Zuvor war er mit einem Stand auf der Dult und diversen Jahrmärkten vertreten, als er am 1. Dezember 1892 beim Magistrat der Stadt München eine Musikinstrumenten- und Musikalienhandlung anmeldete. Die Stadt stellte einen Anmeldeschein aus und der Eröffnung im Tal 58 stand nichts mehr im Weg. Seit dieser Zeit befindet sich der Betrieb im Familienbesitz!
Das Geschäft schien zu florieren, denn 1902 wurden Filialen in der Orlando- und Weißenburger Straße eröffnet und die eigenen Werkstätten im Tal ausgebaut. In den Werkstätten wurden vor allem Harmonikas, Holz- und Blechblas- sowie Zupfinstrumente hergestellt. Karl Valentin ließ sich als Stammkunde von den Meistern seine Kuriositäten-Instrumente nach seinen Wünschen bauen.


Um auch auf der technischen Seite up-to-date zu sein, wurden 1924 Radio-Apparate und Grammophone, damals noch Sprechapparate genannt, ins Verkaufsprogramm aufgenommen. Im selben Jahr verstarb der Firmengründer Josef Rauscher. Der Betrieb wurde daraufhin von seinem Sohn Otto Rauscher, gelernter Gitarrenbauer, übernommen.
In der Zeit während des 2. Weltkrieges mußten die Werkstätten und Filialen geschlossen werden. Das Haupthaus im Tal wurde vom Krieg auch nicht verschont und fast völlig zerstört. Jedoch nach dem Krieg wurden in mühevoller Arbeit das Ladengeschäft und die Werkstatt wieder aufgebaut. Im August 1946 wurde dann Otto Rauscher von der amerikanischen Militärregierung München die Lizenz zum Verkauf von Musikinstrumenten und Musikalien sowie zur Führung einer Reparaturwerkstatt erteilt.


Der gelernte Holzblasinstrumentenmacher Otto Richard Rauscher, Enkel des Firmengründers, übernahm 1967 nach dem Tod seines Vaters die Firma. Otto Rauscher spielte in verschiedenen Bigbands Klarinette und Saxophon und durch die Verbindung seines Berufes mit seinem Hobby gehören bis heute sehr viele bekannte Musiker, z.B. Hugo Strasser und Max Greger, zu den Stammkunden des Hauses. 1972 wurde dann das 80jährige Firmenjubiläum in den erweiterten, neu gestalteten und bis 2008 bekannten Räumen gefeiert.


Ganz überraschend verstarb der erst 47-jährige kurz vor Weihnachten im Jahre 1975.
Um den alten Familienbetrieb aufrecht zu erhalten, führte seine Ehefrau Inge Rauscher die Firma vorerst alleine weiter. Der damals 15- jährige Sohn Otto Rauscher trat nach Beendigung seiner Ausbildung zum Holzblasinstrumentenmacher, diese schloß er als Bundessieger im Leistungswettbewerb ab, 1982 in die Firma ein. 1984 legte er seine Meisterprüfung ab und führt bis heute erfolgreich seine Werkstatt.


Als dann im Dezember 2007, zwei Tage vor Weihnachten, die Hausbesitzerin ganz unvermittelt kam und mitteilte, daß sie nach den Feiertagen die Kündigung bringen würde, saß der Schock tief. Nach 115 Jahren im Tal und in der 4. Generation im Familienbesitz nun das AUS?
"Das kann doch nicht sein!"
"Wie ist denn so was möglich?"
"Sie gehören ins Tal wie das Isartor!"
Völlige Fassungs- und Verständnislosigkeit bei den Kunden! Keiner konnte und wollte es begreifen. Die Zeit war knapp, sehr knapp um genau zu sein. Ende Juni 2008 mußten der Laden und die Werkstatt im Tal leer sein.
Gott sei Dank fand sich in verhältnismäßig kurzer Zeit eine neue Lokalität in der Rumfordstraße für den Familienbetrieb, in welcher er seit 1.Juli 2008 zu finden ist.



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